Aktuelles aus der Branche.
Und aus unseren Teams.
Aktuelles aus der Branche.
Und aus unseren Teams.

Wichtige Begriffe rund um die Risikoanalyse des Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz- und was sie bedeuten

23. Mai 2024

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist ein Gesetz, das die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in den vorgelagerten Lieferketten regelt. Es soll dazu beitragen, Menschenrechte und Umweltübereinkommen weltweit zu schützen und zu fördern. Indem das LkSG Unternehmen dazu verpflichtet bei der Beschaffung genauer hinzusehen, schafft es eine Grundlage für den Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards. In diesem Rahmen ist die Durchführung einer Risikoanalyse ein wesentlicher Schritt, um die Einhaltung dieser Pflichten sicherzustellen und potenzielle Risiken systematisch zu identifizieren und zu adressieren. Doch gerade bei diesem wichtigen Instrument verirrt man sich: Denn das Gesetzt kennt mehrere Arten der Risikoanalyse.

Ihr Wegweiser zur Risikoanalyse nach LkSG

Unser Artikel dient als Wegweiser, egal ob Sie schon Erfahrung mit der Risikoanalyse nach LkSG haben oder sich noch am Anfang Ihrer Reise befinden. Er wird Ihnen helfen, die notwendigen Schritte zu verstehen und umzusetzen, damit Ihr Unternehmen seinen Teil zum Schutz der Menschen- und Umweltrechte beitragen kann.

Zunächst unterscheidet man bei der Risikoanalyse nach LkSG unter:

  • der abstrakten Risikoanalyse und
  • der konkreten Risikoanalyse.

 

Diese Arten betreffen vor allem Unternehmen, die sich zum ersten Mal mit den menschen- und umweltrechtsbezogenen Risiken auseinandersetzen, während die kommenden drei Arten insbesondere für fortgeschrittene Unternehmen zu unterscheiden sind:

  • die regelmäßige Risikoanalyse,
  • die anlassbezogene Risikoanalyse, sowie
  • die anlassbezogene und unverzügliche Risikoanalyse.
Arten von Risikoanalysen
Abstrakt, konkret oder regelmäßig?

Abstrakte Risikoanalyse: 

Eine abstrakte Risikoanalyse nach LkSG ist eine erste Einschätzung von länderspezifischen und branchenspezifischen Risiken im eigenen Geschäftsbereich und bei unmittelbaren Zulieferern. Sie dient dazu, eine Priorisierung der Risiken vorzunehmen und die konkrete Risikoanalyse vorzubereiten. Die abstrakte Risikoanalyse ist Teil der regelmäßigen Risikoanalyse, die einmal jährlich durchgeführt werden muss. Sie ist jedoch nicht ausreichend, um die Sorgfaltspflichten nach dem LkSG zu erfüllen, sondern muss durch die konkrete Risikoanalyse ergänzt werden.

Konkrete Risikoanalyse:

Eine konkrete Risikoanalyse nach LkSG ist eine vertiefte Untersuchung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken und Verletzungen. Sie beinhaltet den Abgleich mit weiteren Informationen und Quellen, wie z.B. internen und externen Quellen, Befragungen, Interviews, Audits oder Beschwerdemechanismen oder auch Selbstauskünfte der Lieferanten. Die konkrete Risikoanalyse soll die Auswirkungen und Verantwortlichkeiten der Risiken und Verletzungen klären und die Wirksamkeit der bestehenden Präventions- und Abhilfemaßnahmen überprüfen. Die konkrete Risikoanalyse ist Teil der regelmäßigen Risikoanalyse, die einmal jährlich im eigenen Geschäftsbereich und bei unmittelbaren Zulieferern durchgeführt werden muss.Die konkrete Risikoanalyse ist wichtig, um die Sorgfaltspflichten nach dem LkSG zu erfüllen und die Risiken zu vermeiden, zu minimieren oder zu beenden.

Regelmäßige Risikoanalyse:

Eine regelmäßige Risikoanalyse nach LkSG ist eine Analyse der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der Lieferkette, die ein Unternehmen einmal jährlich im eigenen Geschäftsbereich und bei unmittelbaren Zulieferern durchführen muss. Das Ziel der regelmäßigen Risikoanalyse ist es, die Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren, um angemessene und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, sowie um die Risiken zu vermeiden, zu minimieren oder zu beenden. Die regelmäßige Risikoanalyse ist Teil eines angemessenen und wirksamen Risikomanagements, das das LkSG von allen Unternehmen im Sinne des § 1 Abs. 1 LkSG verlangt.

Oder doch anlassbezogen?

Anlassbezogene Risikoanalyse:

Eine anlassbezogene Risikoanalyse nach LkSG ist eine Analyse der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der Lieferkette, die ein Unternehmen durchführen muss, wenn es mit einer wesentlichen Veränderung oder Erweiterung der Risikolage rechnen muss. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Unternehmen neue Produkte, Projekte oder Geschäftsfelder einführt oder wenn es eine mögliche Verletzung einer menschenrechtlichen oder umweltbezogenen Pflicht bei einem oder mehreren mittelbaren Zulieferern erfährt. Die anlassbezogene Risikoanalyse ergänzt die regelmäßige Risikoanalyse.

Anlassbezogene und unverzügliche Risikoanalyse (Sonderfall):

Beim Vorliegen von tatsächlichen Anhaltspunkten (substantiierte Kenntnis), die eine Möglichkeit einer Verletzung einer menschenrechtsbezogenen oder einer umweltbezogenen Pflicht bei mittelbaren Zulieferern beschreiben, ist unverzüglich und anlassbezogen eine Risikoanalyse durchzuführen.

Unser Wegweiser als praktischer Flowchart

In unserem Artikel haben Sie mehr über die abstrakte und konkrete Risikoanalyse, die regelmäßige Risikoanalyse, die anlassbezogene Risikoanalyse sowie den Sonderfall der anlassbezogenen und unverzüglichen Risikoanalyse erfahren. Egal, ob Sie bereits Erfahrung mit der Risikoanalyse nach LkSG haben oder sich noch am Anfang Ihrer Reise befinden – unser Wegweiser hilft Ihnen, die notwendigen Schritte zu verstehen und umzusetzen, damit Ihr Unternehmen seinen Teil zum Schutz der Menschen- und Umweltrechte beitragen kann. Laden Sie unsern Wegweiser, mit nur einem Klick auf das Bild als praktischen Flowchart herunter:

Download mit Klick auf Bild

Sie möchten mehr erfahren?

 

Jede gute Zusammenarbeit beginnt mit einem guten Gespräch. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf – wir nehmen uns gerne Zeit für Ihr Anliegen. 

Oder suchen Sie einen Austausch zu einem anderen Thema? Dann hinterlassen Sie uns doch direkt eine Nachricht.
Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

 

Anna Schetle
Beraterin Nachhaltigkeit

Ich freue mich auf eine E-Mail oder einen Anruf von Ihnen!
Anna Schetle
Beraterin Nachhaltigkeit

Ich freue mich auf eine E-Mail oder einen Anruf von Ihnen!