09. August 2026
2 Min.

Klimabilanz als Grundlage des ESG-Risikomanagements

Mit den steigenden Anforderungen an das ESG-Risikomanagement gewinnt die Klimabilanz für Banken eine neue Bedeutung. Sie schafft Transparenz über Treibhausgasemissionen und bildet eine wichtige Grundlage für die Bewertung und Steuerung von Transitionsrisiken.

Neue Anforderungen durch BRUBEG

Viele Genossenschaftsbanken verfügen heute noch nicht über eine vollständige Klimabilanz. Das ist wenig überraschend: Anders als große kapitalmarktorientierte Unternehmen unterlagen viele Institute bislang keiner direkten Pflicht zur umfassenden Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den entsprechenden europäischen Berichtsvorgaben. Für zahlreiche Banken bestand daher bisher weder eine regulatorische Notwendigkeit noch ein unmittelbarer geschäftlicher Druck, sämtliche Emissionen systematisch zu erfassen.

Mit den neuen Anforderungen aus BRUBEG und den damit verbundenen ESG-Risikomanagement-Anforderungen im Kreditwesengesetz verändert sich diese Perspektive jedoch grundlegend.

Warum die Klimabilanz an Bedeutung gewinnt


Banken sind zunehmend gefordert, ESG-Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu überwachen und zu steuern. Dabei spielen Treibhausgasemissionen eine zentrale Rolle.

CO₂-Emissionen als wesentlicher Risikotreiber

CO₂-Emissionen stellen einen der wichtigsten transitorischen ESG-Risikotreiber dar. In der ESG-Risikoinventur werden sie bei den meisten Instituten voraussichtlich als materiell eingestuft werden müssen.

Auswirkungen auf Kreditportfolio und Geschäftsmodell

Die wirtschaftlichen Folgen der Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft wirken sich unmittelbar auf Kreditrisiken, Sicherheitenwerte, Geschäftsmodelle und Branchenentwicklungen aus.

Steigende regulatorische Anforderungen

Parallel dazu nehmen die regulatorischen Anforderungen an die Berücksichtigung dieser Risiken kontinuierlich zu.

Von der Klimabilanz zum Steuerungsinstrument


Die Herausforderung dabei: Die Datengrundlage für eine belastbare Analyse und Steuerung dieser Risiken ist häufig noch nicht ausreichend vorhanden. Genau hier gewinnt die Klimabilanz eine neue Bedeutung.

Klimabilanz als Datenbasis für ESG-Risiken

Eine vollständige Klimabilanz schafft Transparenz über die Treibhausgasemissionen einer Bank – sowohl im eigenen Geschäftsbetrieb als auch entlang des Kreditportfolios über die finanzierten Emissionen (Scope 3, Kategorie 15). Gerade diese finanzierten Emissionen machen bei Banken regelmäßig über 98% der Gesamtemissionen aus.

"Nur wer seine Emissionen kennt, kann Risiken fundiert bewerten. Und nur wer Risiken bewerten kann, kann diese auch wirksam steuern."
Grundlage für die Risikosteuerung

Die Klimabilanz entwickelt sich deshalb zunehmend von einer Nachhaltigkeitskennzahl zu einem wesentlichen Fundament des ESG-Risikomanagements. Sie liefert die notwendige Transparenz, um Transitionsrisiken zu verstehen, Entwicklungen im Portfolio zu analysieren und regulatorische Anforderungen sachgerecht umzusetzen.

Unser Fazit

Klimabilanz wird Teil der Banksteuerung

Vor dem Hintergrund von BRUBEG sollte die Klimabilanz nicht mehr ausschließlich als Nachhaltigkeitsprojekt betrachtet werden. Sie wird zunehmend zu einem wichtigen Steuerungsinstrument für das Risikomanagement von Banken.

Sprechen Sie gerne unser Spezialistenteam Nachhaltigkeit der AWADO an.

Sie möchten eine Klimabilanz erstellen oder eine CO₂-Portfolioanalyse durchführen? Sie haben Fragen zur Verknüpfung von Klimabilanz, CO₂-Portfolioanalyse und ESG-Risikoinventur? Dann kommen Sie gerne auf uns zu. Wir freuen uns auf den Austausch.

Juliane Franze
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