18. August 2025
2-3 Min.

Biodiversitätsrisiken im Fokus: Warum Unternehmen jetzt handeln müssen – und wie unser neues Tool dabei unterstützt




Zikaden, Ernteausfälle und Milliardenrisiken: Biodiversität ist ein Wirtschaftsthema

Im Juni 2025 sorgte eine unscheinbare Zikadenart für massive Ernteausfälle in Deutschland. Die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) überträgt eine Pflanzenkrankheit, die Zuckerrüben, Kartoffeln und andere Kulturen befällt – mit gravierenden Folgen für die Landwirtschaft1. Der Bauernverband schlägt Alarm, denn die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. 

Die Ursache? Ein gestörtes ökologisches Gleichgewicht, das durch Klimawandel, Monokulturen und den Verlust natürlicher Feinde begünstigt wird.

Solche Ereignisse zeigen: Biodiversitätsverlust ist längst kein abstraktes Umweltproblem mehr – er ist ein reales Risiko für Unternehmen und damit auch Finanzinstitute. 


Regulatorischer Druck wächst: Biodiversität wird prüfungsrelevant

Die Finanzaufsicht hat reagiert. Biodiversitätsrisiken sind inzwischen aufsichtsrechtlich relevant – und müssen systematisch im Risikomanagement berücksichtigt werden:

  • BaFin (MaRisk-Novelle 2024):
    „Die Auswirkungen von ESG-Risiken sind angemessen und explizit in die Risikoinventur einzubeziehen.“ 2
    „Die Ergebnisse müssen in sämtliche Prozesse des Risikomanagements einfließen – von der Strategie über die Steuerung bis zur Berichterstattung.“ 2
  • EBA-Leitlinien (2025):
    „Institute müssen kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen von ESG-Risiken – einschließlich Biodiversität – auf ihr Risikoprofil und ihre Solvenz bewerten.“ 3
  • ESRS E4 (CSRD):
    „Unternehmen müssen offenlegen, wie resilient ihr Geschäftsmodell gegenüber Biodiversitätsverlusten ist – und welche Maßnahmen sie zur Wiederherstellung von Ökosystemen ergreifen.“ 4

Warum Biodiversitätsverlust auch Ihre Bank betrifft

Der Verlust biologischer Vielfalt kann finanzierte Unternehmen und damit auch Banken auf unterschiedliche Weise treffen:

  • Direkt, etwa durch Ernteausfälle, Rohstoffengpässe oder steigende Preise – wie aktuell bei Zuckerrüben durch eine Pflanzenkrankheit.
  • Indirekt, wenn neue gesetzliche Vorgaben oder gesellschaftliche Erwartungen zu Veränderungen im Markt führen.
  • Langfristig, weil ganze Wirtschaftsbereiche unter Druck geraten – etwa die Landwirtschaft, der Tourismus oder die Bauwirtschaft.

Diese Entwicklungen wirken sich auf Kreditrisiken, Sicherheitenbewertungen und die Resilienz von Geschäftsmodellen aus – und müssen daher frühzeitig erkannt und gesteuert werden.


Unsere Antwort: Das Biodiversitätstool für das Risikomanagement von morgen

Um Unternehmen und Finanzinstitute bei der Identifikation, Bewertung und Steuerung von Biodiversitätsrisiken zu unterstützen, haben wir ein innovatives Tool entwickelt. Es verbindet wissenschaftliche Daten mit regulatorischen Anforderungen – praxisnah und skalierbar.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Anwendungsbereich: Kreditgeschäft (inkl. Firmenkunden) und Depot A
  • Bewertungsebene: Portfolio- und Einzelkundenanalyse
  • Indikatorenbasis: 38 Biodiversitätsindikatoren auf Basis der Encore-Datenbank
  • Bewertungsdimensionen:
    • 13 Indikatoren für Auswirkungen (z. B. Lärm, Licht, Wasserverbrauch, Emissionen, Abfall)
    • 25 Indikatoren für Abhängigkeiten (z. B. Nutzung biotischer Ressourcen, Ökosystemleistungen)
  • Technik: Automatisiert, benutzerfreundlich, skalierbar

Das Biodiversitätstool erfüllt die Anforderungen der MaRisk 2024, indem es ESG-Risiken – insbesondere Biodiversitätsrisiken – systematisch in die strategischen, operativen und kontrollierenden Prozesse des Risikomanagements integriert ². Es unterstützt zudem die Umsetzung der EBA-Leitlinien zur ESG-Risikosteuerung3 und liefert die erforderlichen Daten für die ESRS E4-Offenlegungspflichten4.


Fazit: Biodiversität ist ein strategischer Imperativ

Der Schutz der biologischen Vielfalt ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Unternehmen, die Biodiversitätsrisiken frühzeitig erkennen und aktiv managen, sichern ihre Resilienz – und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Mit unserem Biodiversitätstool bieten wir eine praxisnahe, datenbasierte und regulatorisch fundierte Lösung, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen.


 

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Quellen:

1 Tagesschau: Pflanzenkrankheit sorgt für massive Ernteausfälle

2 BaFin – Rundschreiben 06/2024 zur MaRisk: ESG-Risiken in der Risikoinventur und -steuerung

3 EBA – Guidelines on the management of ESG risks

4 EFRAG – ESRS E4 Biodiversity and Ecosystems




 

Alexander Thole

Ihr Ansprechpartner:

Alexander Thole

Senior Spezialist Sustainable Finance

+49 151 14827800 alexander.thole@awado-gruppe.de