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ForumCMS wächst – Interview zum Modul WpHG-Compliance

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die AWADO GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der FORUM Gesellschaft für Informationssicherheit mbH ein neues, modulares Compliance Management System unter dem Namen "ForumCMS", mit dem Ziel, die immer weiter steigenden regulatorischen Anforderungen und damit einhergehende Kostensteigerung für Banken in den Griff zu bekommen.

Mit dem ForumCMS-Modul MaRisk-Compliance ging die Software 2021 erfolgreich an den Markt. Schon binnen kürzester Zeit avancierte das CMS zum neuen Standard der Branche – und das nicht nur in der genossenschaftlichen Bankenwelt. Derzeit arbeitet ein schlagkräftiges Team an der Entwicklung eines neuen Moduls, das noch in diesem Jahr - voraussichtlich im 3. Quartal – an den Start gehen soll.

 

Im Fokus: Die WpHG-Compliance. Bei der Wertpapier-Compliance geht es insbesondere um die organisatorischen Vorkehrungen einer Bank im Hinblick auf die Einhaltung des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). In den vergangenen 20 Jahren sind in keinem anderen Compliance-Bereich die Anforderungen so enorm gestiegen, wie in diesem.

Die damit einhergehende Bearbeitung der Compliance-Funktionen bindet daher umso mehr Ressourcen – von Zeit, über Personal bis hin zu Finanzmitteln. Das neue Modul soll nun dabei helfen, den Ressourceneinsatz zu reduzieren. Wie das funktioniert, welche Partner das Modul gemeinsam entwickeln, warum genau diese Konstellation so besonders ist und wann mit welchen Inhalten zu rechnen ist, erfahren Sie im Interview mit Peter Uherr, zertifizierter Gesamtbank-Compliance Manager, Kathrin Bücker, Teamleiterin Spezialistenteam WpHG und Jan B. Töppe, Geschäftsführer der AWADO GmbH WPG StBG.

 

Das Modul MaRisk-Compliance hat voll überzeugt und war eine Zusammenarbeit der FORUM und der AWADO. Wer wird an der Entwicklung des Moduls WpHG-Compliance zusätzlich beteiligt sein?

P. Uherr: „Zunächst einmal setzen wir die Zusammenarbeit in altbewährter Konstellation fort. Die Zusammenarbeit mit der FORUM bei unserem ersten Modul, MaRisk Compliance, war absolut vertrauensvoll und sehr effektiv. Ich kann mir keinen besseren Partner für solche Entwicklungen vorstellen. In dem speziellen Themenfeld WpHG arbeiten wir für die der Software zugrundeliegende Konzeption zusätzlich mit Spezialistinnen und Spezialisten unseres Netzwerks zusammen.

Unser Netzwerkpartner, der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V., hat als gesetzlicher Prüfungsverband für Genossenschaften seit vielen Jahren ein Spezialisten-Team WpHG, die im Bereich der WpHG-Compliance eine besondere Expertise haben. Mit ihnen zusammen werden wir nicht nur ein sehr praxisorientiertes WpHG-Compliance-Modul für unser CMS entwickeln, sondern auch einen aufsichtsrechtlich konformen Standard implementieren und dauerhaft – natürlich auch bei notwendigen Aktualisierungen – halten können. Gleichwohl erhoffen wir uns Synergieeffekte für die Entwicklung und Programmierung noch nachfolgender Module."

K. Bücker: „Für uns war die Anfrage eine Bestätigung und willkommene Ausweitung unserer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Aber natürlich erhoffen wir uns als Verband auch für unsere Mitglieder neue Möglichkeiten durch dieses System. Das Projekt wird unseren Mandantinnen und Mandanten einen echten Mehrwert bieten, daher haben wir das Projektteam mit Kolleginnen und Kollegen besetzt, die jahrelange praktische Erfahrung in der Prüfung und der Beratung der Compliance-Funktion vorweisen. Sie werden ihr Knowhow und ihren Erfahrungsschatz aus vielen WpHG-Prüfungen, aber auch aus Beratungen und Seminartätigkeiten einbringen und so die bestmögliche Lösung für unsere und weitere Institute erarbeiten."

J. Töppe: „Die Kreditinstitute haben aktuell große Herausforderungen zu meistern. Durch Niedrigzins, Digitalisierung und Fachkräftemangel wird das gesamte Geschäftsmodell weiterentwickelt und in Teilen auch grundlegend verändert. Wir sind der Partner, um die Kreditinstitute durch den regulatorischen Dschungel zu führen. Dabei ist es unser Anspruch, außergewöhnlich gute Produkte für unsere Mandanten zu entwickeln. Gemeinsam mit den Besten auf ihrem jeweiligen Gebiet arbeiten wir daher stets zusammen – so auch in diesem Fall.

Für den Bereich MaRisk-Compliance haben wir mit Peter Uherr einen absoluten Experten zu diesem Thema. Dies ist auch unser Anspruch für die weiteren Module. Mit seiner Erfahrung haben wir bereits ein Modul entwickelt und werden unter seiner Verantwortung weitere Module – so wie jetzt für die WpHG-Compliance – entwickeln.

Gemeinsam mit der großen Expertise unseres Netzwerkpartners Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. als größter Bankenprüfer in Deutschland sind wir auch beim Thema der WpHG-Compliance sehr gut aufgestellt. Die gesamte Expertise sowie die jahrelange Erfahrung fließen in die Entwicklung des Moduls ein."

Wie ist die Idee entstanden, ein gemeinsames Compliance-Management-System für die WpHG-Compliance zu entwickeln?

P. Uherr: „Wir haben frühzeitig relevante Compliance-Bereiche identifiziert, die wir nun nach und nach in das bestehende CMS einbetten werden. Jeder Kunde hat dann die Möglichkeit, sich die Module frei nach seinen entsprechenden Anforderungen zusammenzustellen. Der WpHG-Compliance-Bereich nimmt gerade für Institute, die sich stark im Bereich des Wertpapierhandels engagieren, eine große Bedeutung ein. Insbesondere mit Blick auf den internen Ressourcenverbrauch. Es war daher folgerichtig, nach der Entwicklung des ersten Moduls, dem MaRisk-Compliance-Modul, mit dem nächsten „dicken Brocken“ zu beginnen, um schnellstmöglich die Banken zu unterstützen."

K. Bücker: „Unser Antrieb ist es, unseren Instituten ein Compliance-Management-System im Bereich WpHG anzubieten, das ihnen die Arbeit erleichtert und diese zudem prüfungssicherer macht. Die jetzige Lösung des Verbundes ist für viele Banken ein sehr guter Ausgangspunkt, reicht aber oft nicht aus, um die komplexen Arbeitsanforderungen in den Häusern zu bedienen. Nach unserer Erfahrung sind zudem kleine Häuser oft bspw. mit der Sichtung von Rundschreiben und der Ableitung daraus erforderlicher Arbeitsschritte überfordert. Unser Ziel ist es, eine deutliche Vereinfachung und eine damit verbundene Zeitersparnis für unsere Institute zu erreichen. Für die Konzeption des Moduls bringen wir daher gern unsere jahrelange Erfahrung ein, mit dem Ziel, ein „Best of“ der von uns gesehenen Lösungen für alle Banken zu ermöglichen. Das Modul MaRisk-Compliance ist vielversprechend und hat uns inspiriert in dem Projekt mitzuarbeiten."

J. Töppe: „Die Zusammenarbeit zwischen der AWADO GmbH WPG StBG und dem Genossenschaftsverband – Verband der Region e.V. erfolgt schon seit sehr vielen Jahren sehr vertrauensvoll. Wir unterstützen eine Vielzahl von Kreditinstituten in WpHG-Themen im Rahmen unserer Beratungsprojekte oder im Zuge der Übernahme von Revisionsaufgaben. Daher ist es der logische Schritt auch bei der Entwicklung eines Moduls WpHG-Compliance zusammen zu arbeiten."

 

Warum haben Sie sich für einen modularen Aufbau des Systems entschieden? Wäre es nicht einfacher gewesen, beide Compliance-Bereiche miteinander zu verzahnen?

P. Uherr: „Generell gibt es verschiedene Gründe, warum wir dieses Vorgehen gewählt haben. Je nach Compliance-Bereich sprechen wir in der täglichen Arbeit von unterschiedlichen Beauftragungsfunktionen, die alle eigene, wichtige Themen und Funktionen vorweisen. Es macht daher Sinn, die einzelne Bereiche so anzupassen, dass sie den Erfordernissen entsprechen.

Auf der anderen Seite kommen wir mit dem modularen System der Wirklichkeit der täglichen Arbeit nach. Denn manche Banken haben bspw. kein Wertpapiergeschäft. Ergo benötigen sie kein CMS, das sich mit dem Bereich WpHG auseinandersetzt. Ihre Konzentration liegt auf andere Bereichen, in denen sie sich besser aufstellen wollen. Wir sehen in der Realität auch viele Häuser, die in einzelnen Bereichen bereits gut aufgestellt sind und lediglich in bestimmten Compliance-Feldern aktiv werden und gegensteuern wollen. Andere wiederum haben einzelne Funktionen ausgelagert und benötigen für diese Bereiche kein CMS. Wir haben das System also bewusst nach den Bedürfnissen der Kunden modular aufgebaut, um eine möglichst große Vielfalt gewährleisten zu können. Das – und die Tatsache, dass unser System auf innovative Art und Weise eine revisionssichere Dokumentation ermöglicht – macht das Forum CMS so besonders und bislang auch erfolgreich."

Was werden die Bestandteile des neuen Moduls WpHG-Compliance sein?

P. Uherr: „Das Forum CMS ist modular aufgebaut, so dass jedes Modul auch einzeln genutzt werden kann. Wir nutzen die gleichen Bausteine, die wir auch im Modul MaRisk-Compliance verwendet haben. Beginnend mit einer Risikoanalyse, über die davon abgeleitet ein Jahresüberwachungsplan inkl. der dokumentierten Kontrollhandlungen erstellt werden kann, bis hin zu einem rechtlichen Monitoring und der Möglichkeit, sämtliche Aktivitäten rund um die WpHG-Compliance zu dokumentieren sowie automatisiert in ein umfassendes Reporting zu überführen."

K. Bücker: „Mit dem CMS soll die Dokumentation erleichtert werden - die Verknüpfung von Risikoanalyse, Überwachungsplan, Kontrollhandlungen, Aktivitäten und Reporting wird hierauf einzahlen. Wichtig ist uns auch, dass wir alle aufsichtsrechtlichen Neuerungen kurzfristig einarbeiten können und den Instituten somit eine deutliche Erleichterung in der täglichen Arbeit ermöglichen."

P. Uherr: „Alle Bestandteile werden – wie beim Modul MaRisk-Compliance – miteinander kommunizieren können. „Stand-alone-Bausteine“, wie wir sie bislang an unterschiedlichen Stellen sehen, wird es in diesem System nicht geben.

Was ich an einer Stelle ändere, hat ggf. Auswirkungen auf andere Bausteine. Ich muss eine Übertragung zur Nachvollziehbarkeit der Veränderungen also nicht mehr eigenständig vollziehen, sondern erhalte durch die Kommunikation der einzelnen Bausteine stets eine vollständige und aktuelle Übersicht.   Ein paar Beispiele:

Aus dem Herzstück unseres CMS – der Risikoanalyse – heraus wird anhand der Ergebnisse / Einstufungen automatisch ein Jahresüberwachungsplan generiert, der auch immer wieder aktualisiert wird, wenn sich die Risikoeinstufungen ändern. Aus diesem Jahresüberwachungsplan werden die Dokumente für die Kontrollhandlungen erstellt. Die Ergebnisse der Kontrollhandlungen werden mit den entsprechenden Dokumenten in der Risikoanalyse verknüpft, so dass die Risikobewertung aufgrund der Kontrollergebnisse aktualisiert werden kann.

Alle eingehenden relevanten Rundschreiben und Anforderungen werden direkt den einzelnen Gebieten der Risikoanalyse zugeordnet; aus jedem dieser Dokumente können dann wieder Kontrollhandlungen generiert werden.

Per Knopfruck können alle relevanten Dokumente in einem Reporting zusammengefasst werden."

 

Wann können Kundinnen und Kunden das neue Modul WpHG-Compliance nutzen?

K. Bücker: „Wir haben das Projekt kürzlich begonnen und sind mit einem kleinen, sehr schlagkräftigen Projektteam in die Umsetzung gegangenen. Unser festes Ziel ist es, das Modul WpHG-Compliance im dritten Quartal 2022 auf den Markt zu bringen."

Ihr Ansprechpartner

Peter Uherr

Peter Uherr

Consultant Financial Services

Bankbetriebswirt Management, zertifizierter Gesamtbank-Compliance-Manager
+49 151 72864568

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